Fundsache

Juni 2017

Momentan kursieren ja viele Meldungen in den Medien über negative Ereignisse im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Migranten. Manche davon sind bedrohlich, manche auch nur ärgerlich. Aber alle sind sie doch irgendwie beunruhigend für die Bürger.
Aber kürzlich hat sich etwas Nettes zugetragen in Bernau. Tsadkan Jakob, eine junge Frau aus Eritrea, die in Bernau als Flüchtling schon anerkannt ist, hat zwei Geldscheine auf der Straße gefunden. Der Wert des einen war 2000, der des anderen war 500. Die Geldscheine und den wirklichen Geldwert kannte sie nicht. Aber Frau Rosemarie Kern im Bürgerbüro in Bernau hat schnell herausgefunden, dass es sich um ungarische Forinth handelt. Den tatsächlichen Wert ermittelte sie flott mit 8 Euro 50 Cent. Also eine Summe, die kaum den schriftlichen Aufwand der Fundsache rechtfertigte. Bemerkenswert aber ist, dass die junge Frau das Geld im Fundbüro abgegeben hatte, obwohl die Summen gerade für sie immens hoch waren und nach viel Geld aussahen. Für dieses ehrliche Verhalten hat sie unsere Anerkennung und unser aller Lob verdient. Was lehrt uns das? Unseren Flüchtlingen sollten wir trotz der vielen negativen Pressemeldungen nicht pauschal mit Misstrauen begegnen, sie nicht als bedenkliche Lebewesen betrachten, sondern immer wieder von neuem als Menschen.